Das nationale Finale der Eringerrasse in Aproz hat sich zu einem der stärksten Aushängeschilder des Tourismuskantons Wallis und seiner einheimischen Produkten entwickelt. Zucht und Erhalt dieser einzigartigen alpinen Kuhrasse schaffen eine bedeutende landwirtschaftliche, kulturelle und touristische Wertschöpfung im Kanton Wallis. Nicht zuletzt deshalb setzen die sechs Oberwalliser Eringerviehzuchtgenossenschaften als Organisator der diesjährigen Ausgabe auf die Werte „urchig“ und „traditionell“. Das Finale, das am 11. Mai in der Arena von Pra Bardy in  Aproz stattfindet, soll die Echtheit dieser Tradition nicht nur dem Publikum vor Ort, sondern auch den nationalen in internationalen Fernsehzuschauern vermitteln. 

Einmal im Jahr an einem Maisonntag pilgern die Züchterinnen und Züchter der Eringerkühe nach Aproz, um mit geübtem Kennerblick die Finalkämpfe ihrer geliebten Tiere mitzuerleben, zu diskutieren, zu verhandeln, zu feilschen und auf die Siegerinnen zu wetten. Es ist ihr Tag, an dem sich am Schluss herausstellt, ob sich die letztjährige Siegerin Cobra von Viktor Gsponer wieder als Königin der Königinnen vor rund 12’000 begeisterten Zuschauerinnen und Zuschauern feiern lassen kann. Das traditionelle finale Stechfest schafft als unvergesslicher Tag im Herzen der Walliser Alpen eine enge Verbindung der Werte der Walliser Kultur zwischen den Bäuerinnen und Bauern, der Walliser und der Schweizer Bevölkerung sowie Besucherinnen und Besucher aus dem Ausland. Über ein Jahr hat das Organisationskomitee mit 15 Mitgliedern auf dieses Ziel hingearbeitet und die Züchterinnen und Züchter haben in spannenden Ausscheidungskämpfen ihre Kühe mit Liebe und Geduld auf diesen grossen Tag vorbereitet. „Denn dabei sein ist eine Ehre, siegen ein Höhepunkt“, erklärte OK-Präsident David Schnyder am Mittwoch vor den Medien im Eringerstall von Nando Matter in Susten-Leuk.

Wertschöpfung von 14.7 Mio. Franken

Staatsrat Jean-Michel Cina, Vorsteher des Departements für Volkswirtschaft, Energie und Raumentwicklung, zielt in der Landwirtschaftspolitik darauf ab, einen möglichst grossen Mehrwert und Synergien mit anderen Wirtschaftszweigen zu schaffen. „Es ist wichtig, mit unseren Produkten Events zu organisieren, die die Attraktivität des Wallis mit seinen Eigenheiten wie der Eringerrasse, für welche die Züchter viel Zeit, Energie und Leidenschaft investieren, in den Vordergrund stellt“, erklärte Jean-Michel Cina an der Medienkonferenz. Das Wallis werde damit eine gesuchte Destination für Exzellenz, Exklusivität, regionale Produkte, authentische Events und für seine unvergleichbare Landschaft. Diese subtile Vermischung von Tradition und Moderne mit Exzellenz und Landschaftsqualität beschere den Touristen und Konsumenten ein echtes Erlebnis, sagte Cina.

Die landwirtschaftliche Brutto-Wertschöpfung (reiner Ertrag ohne Kosten und Aufwand) aus der Eringerzucht belief sich im vergangenen Jahr auf rund 14.75 Mio. Franken, erklärte Dominik Pfammatter, Vizepräsident des Schweizerischen Eringerviehzuchtverbandes. Gemäss Schätzungen von Christoph Rotzer, Verantwortlicher Tierzucht im kantonalen Amt für Viehwirtschaft, haben Fleischprodukte mit 9.25 Mio. und die Milchprodukte mit 5.5 Mio. Franken dazu beigetragen. Der Anteil des Labels „Fleur d’Hérens“ mit Eringer-Fleischprodukten auf höchstem Niveau betrug dabei 250’000 Franken. Aus touristischer Sicht haben insgesamt über 30’000 Personen die Ringkuhkämpfe besucht und das Finale 2013 wurde wieder im Westschweizer Fernsehen RTS live übertragen. Zahlreiche ausländische TV-Stationen berichteten über den Kampf der Königinnen. Hohe Bedeutung hat die Eringerzucht ausserdem für die herausragende Landschaftsqualität im Wallis: Die Grösse der von Eringern beweideten Flächen beträgt 2’600 Hektare und die reine Futterfläche 4’400 Hektare, insgesamt also 7’000 Hektare. Nicht minder bedeutend ist die Eringerzucht auch für den Erhalt der Alpwirtschaft: Rund 200 Alpbetriebe werden zum Teil mit einzelnen Eringern, zusammen mit anderen Rassen, aber vielfach auch allein mit Eringern, bewirtschaftet.

Erstmals live auf SRF1

Für die Ausgabe 2014 kann von einer noch stärkeren Verbreitung dieser bedeutenden Walliser Werte ausgegangen werden: Neben RTS wird das Schweizer Radio und Fernsehen als Premiere die Kämpfe ebenfalls in einer über vierstündigen Live-Sendung auf SRF1 in die Deutschschweizer Muttertagsstuben übertragen. Ausserdem wird in mehreren Reportagen während den Kampfpausen über die Aufzucht der Eringerrasse und deren Bedeutung für das Wallis berichtet. Neben in- und ausländischen Medienvertretern haben sich wieder mehrere ausländische Fernsehstationen für eine Berichterstattung über das Finale der Eringerrasse angemeldet. 

„Wenn sich die Züchterinnen und Züchtern mit ihren qualifizierten Ringkühen und Familien unter den schattigen Bäumen am Rande von Pra Bardy „häuslich“ einrichten, denken wir für einmal beim Wort Aproz nicht an das naturreine Mineralwasser aus den Walliser Alpen, sondern an Königinnen“, sagte OK-Präsident David Schnyder. Sein Dank galt dabei insbesondere den über 400 Freiwilligen, die unentgeltlich mitarbeiten, und den Partnern und Sponsoren, die mit finanziellen Beiträgen oder Sachleistungen zum Gelingen dieses Anlasses nicht unwesentlich beitragen. In den direkten Genuss einer solchen Leistung kommen die Eringerfans mit der neuen Smartphone-App (Android und iPhone), mit der alle nützlichen Informationen, News und Resultate online abgerufen werden können. Mit einem Tipp-Spiel können attraktive Preise gewonnen werden. Die App kann in den App-Stores unter dem Stichwort „Eringerrasse“ abgerufen werden.