Eine Woche nach seiner Keynote am Alpensymposium wird der liberale Belgier Guy Verhofstadt die Präsidentschaftswahlen im EU-Parlament aufmischen. Der ehemalige Regierungschef hat sich kurzfristig entschieden, für die Präsidentschaft des EU-Parlaments zu kandidieren. „In diesen turbulenten Zeiten, in denen Europa von Populisten und Nationalisten bedroht wird, brauchen wir Brückenbauer und Visionäre. Und ich will einer von ihnen sein“, liess Verhofstadt per Twitter verlauten.

Über einen „Kontinent am Scheideweg“ referiert Guy Verhofstadt am kommenden Dienstag am Alpensymposium in Interlaken. Knapp eine Woche später wird der Fraktionschef der Liberalen mit seiner Kandidatur nach Einschätzung der Brüsseler Kommentatoren Spannung in die Wahlen um die Nachfolge des sozialdemokratischen EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz bringen. Eigentlich sollte der Posten laut Medienberichten an die Christdemokraten gehen, so sieht es eine Vereinbarung mit ihrem Koalitionspartner, den Sozialdemokraten vor. Doch die lehnen den Deal nun ab und haben einen eigenen Kandidaten zu einem italienischen Duell aufgestellt: Der konservative Antonio Tajani gegen den sozialistischen Gianni Pittella. Zieht keiner von beiden zurück, könnte Verhofstadt profitieren. 

Am Mittwoch, 17. Januar wird in Brüssel gewählt. Acht Tage vorher präsentiert Verhofstadt als Brexit-Chefunterhändler des Europaparlaments seine Ideen dem Schweizer Publikum in Interlaken. Die Auswirkungen von BREXIT auf die Schweiz sind am Alpensymposium auch Thema von Monika Rühl, der Vorsitzenden der Geschäftsleitung economiesuisse und der Finanzexperte und Politberater Dirk Müller präsentiert einen strategischen Ansatz dazu.